Die Schönheit unserer Erde

Datum: 18.08.2017

Der Sonnengesang des Heiligen Franziskus von Assisi

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.

(Aus: Franziskus-Quellen, Butzon und Bercker 2009)

Der Heilige Franziskus von Assisi bringt es auf den Punkt.

Die Natur und ihre Schönheit ist einzigartig und kann gar nicht genug gelobt und gepriesen werden.

Doch wenn ich ehrlich bin, dann nehme ich die Schönheit der Natur im Alltagstrott oft nicht mehr wahr und bewege mich wie selbstverständlich in unserer von Gott geschenkte Welt.

Jetzt in der Ferien- und Urlaubszeit möchte ich das ändern und ganz bewusst dankbar sein für die vielen kleinen und großen Kostbarkeiten auf unsere Erde.

Ich möchte versuchen wie Franziskus mit offenen Augen durch den Tag zu gehen und Gott für seine unendliche schöne Welt zu loben und zu preisen.

Herzliche Einladung an uns alle!

 

Bernadette Heindl,

Jugendseelsorgerin an der Katholischen Jugendstelle Garmisch-Partenkirchen