Ein Fasten, wie ich es liebe!?

Datum: 19.03.2020

Erstens: kommt es anders; zweitens: als man denkt … die etwas andere Fastenzeit.

Bildnachweis: Bernhard Hennecke

Als die Fastenzeit begonnen hat, da war CoVid-19 noch weit weg in China. Wir haben überlegt, auf was wir verzichten wollen. Nun dringt von Außen ein Verzicht der ganz anderen Art auf uns ein:
Einschränkungen in unserem Lebensalltag um jenen, die besonders gefährdet sind Leid und schlimmstenfalls den Tod durch das Virus zu ersparen.

Das Foto zu diesem Beitrag zeigt Schlüsselblumen. Warum?

Erstmal, weil ich die beim täglichen Spaziergang am Wegrand entdeckt habe und sie als Frühlingsboten einfach gern mag.

Dann auch, weil wir uns zur Zeit in einer Schlüsselsituation befinden: Schaffen wir es gemeinsam mit Vernunft und Rücksichtnahme, diese Krise und auch deren Folgen zu bewältigen?

Weiter steht das Bild auch für viele Schlüsselgeschichten aus der Bibel. Zum Beispiel für diese:

Im Buch Jesaja, Kapitel 58, 5-7 heißt es:
„Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, / ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, / wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten / und einen Tag, der dem Herrn gefällt? 
Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: / die Fesseln des Unrechts zu lösen, / die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, / jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, / die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden / und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte / und deine Wunden werden schnell vernarben.“

Nicht den Kopf hängen lassen, sondern die anderen Menschen im Blick behalten und mit Gelassenheit die Einschränkungen hinnehmen, die geboten sind.
So ist Fastenzeit in diesem Jahr.

Möge Gott Dir und mir die Gelassenheit erhalten und die Zuversicht schenken, dass wir aus dieser Krise trotz wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Narben mit einem neuen Gespür füreinander herausgehen.

… und wie sonst auch, ein Song dazu, diesmal aus der „Wohnzimmer-Tour“ von Carole King.
Bernhard Hennecke, Jugendseelsorger im Berchtesgadener Land
bhennecke@jugendstelle-bgl.de